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Lysimeterstation Grünewalde

Erste Lysimeterversuche am Standort Grünewalde (Foto: Katzur 1963)



Lysimeteranlage Grünewalde II: Sortenversuch zur Wassernutzungseffizienz von Energiemais (2011) und HDPE-Großlysimeter (1995)

Lysimeteranlage Grünewalde I: Umrüstung und Erweiterung im Jahr 2010 - Installation wägbarer Großlysimeter zur Untersuchung der Wechselwirkungen von Energiepflanzenanbau und Wasserhaushalt

Aufbau & Versuchsanlage

Die „Versuchsstation Grünewalde“ (Stadt Lauchhammer) wird seit 1955 auf Rekultivierungsflächen des ehemaligen Braunkohlentagebaus „Koyne“ im Lausitzer Braunkohlenrevier betrieben.

Einen anfänglichen und langjährigen Forschungsschwerpunkt bildeten Fragen zur Stofffreisetzung bzw. -verlagerung in stark schwefelhaltigen Kippsubstraten und typischen Ackerböden der Region. Heute stehen Themen der Grundwasserneubildung und Wassernutzungseffizienz landwirtschaftlichen Energiepflanzen im wissenschaftlichen Fokus, beispielsweise von Sorghumhirsen oder Mais. Daneben wird die Umweltverträglichkeit als auch pflanzenbauliche Wirkung verschiedener Bodenverbesserungsmittel (Kalk, Kompost, Biokohle) sowohl in Kippsubstraten als auch natürlichen Böden geprüft.


Standort & Geschichte

Lausitzer Becken- und Heideland, R 5411230 H 5710492, Höhenlage 104 m (NN), Ø Jahresniederschlag 631 mm, davon 60 % in der Vegetationsperiode, Ø Jahresmitteltemperatur: 8,8 oC, pseudo-maritim beeinflusstes „Lausitzer Klima“ (φ, Phi)

Chronologie des Forschungsstandortes
1928Braunkohlentagebau Koyne (1921-1954), Verkippung im Zugabraumbetrieb
1958Abdeckung als Pflugkippe des Tagebaus Kleinleipisch und Aschemelioration
1955Forschungsstation Grünewalde der Humboldt-Universität zu Berlin (HUB)
1961Erste Lysimeterversuche zur Erfassung der Stofffrachten von Kippsubstraten
1992Überführung in das Forschungsinstitut für Bergbaufolgelandschaften e.V.
1995Erweiterung der Anlage auf 94 nicht-wägbare Großlysimeter
2011Einrichtung von 4 wägbaren Edelstahl-Großlysimetern

Steckbrief

Mit ihren knapp 100 nicht-wägbaren HDPE-Großlysimetern (Bodensäulen) zählt die Anlage zu den bundesweit größten ihrer Art. Seit April 2011 komplettieren 4 wägbare Großlysimeter, neuster Bauart die Ausstattung. Damit lassen sich nunmehr alle Wasserhaushaltsgrößen in höchster zeitlicher und räumlicher Auflösung messen, was beispielsweise die Kalibrierung und Validierung von Wasserhaushaltsmodellen oder Pedotransferfunktionen ermöglicht.
Darüber hinaus wird am Standort Grünewalde ein umfangreiches Feldversuchswesen betrieben, wie Leistungs- und Sortenversuche zum Energieholzanbau oder alternativen landwirtschaftlichen Fruchtfolgen auf Rekultivierungsflächen. Dies erlaubt ein unmittelbarer Abgleich der Lysimeterdaten mit den Ergebnissen der begleitenden Parzellenversuche.

94 Nicht wägbare Schwerkraft-Großlysimeter (2 Anlagen)

HDPE bzw. epoxidharzbeschichte Stahlgefäße, Mantelhöhe 3,10 m, Grundfläche 1 m2, optional Erfassung der Sickerwässer in verschiedenen Tiefenstufen und Messung von Wassergehalten und Saugspannungen Befüllung mit Kippsubstraten des Braunkohlenbergbaus (Kipp-Kohlelehm- bzw. -anlehmsand, Kipp-Reinsansand)

4 Wägbare Schwerkraft-Großlysimeter (1 Anlage)

Edelstahlgefäße, Mantelhöhe 2,50 m, Grundfläche 1 m2, Lagerung auf Schwerlastwaage, Ermittlung der Sickerwassermengen über Kippwaagen, in den Tiefen 50, 100 und 150 cm Messung der Wassergehalte und Saugspannungen Befüllung mit Ackerboden in ungestörter Lagerung (podsolige Sandbraunerde) bzw. zwei Kippsubstraten des Braunkohlenbergbaus (kalkführender Kipp-Sand und Kipp-Kalklehmsand)


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