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Organische Reststoffe aus der Landschaftspflege – Bioenergie für die Modellregion

Biomasse ist eine Ressource, die nachhaltig zur Energiebereitstellung oder zur stofflichen Verwertung genutzt werden kann. Da ihr Anbau jedoch auf zunehmende Flächenkonkurrenz trifft, werden die Nutzungsmöglichkeiten der ohnehin bei der Landschaftspflege in der Modellregion Elbe-Elster anfallenden organischen Reststoffe untersucht.

Reststoffe





Projektleiter/in:
Herr Dr. Christian Hildmann
Bearbeiter/in:
Frau M.Sc. Katharina Berger
Laufzeit:
01.10.2016 - 30.09.2017
Reststoffe Karte

gefördert durch

Bei Pflege- und Unterhaltungsmaßnahmen fällt krautige und holzige Biomasse an, die derzeit jedoch kaum genutzt wird. Dies betrifft Materialien aus der Pflege von walddurchquerenden Trassen (Freispannungs- und Ferngasleitungen), Gewässern und Verkehrswegen bzw. deren Randstreifen, Naturschutz- und Grünlandflächen (Mahd, Heidepflege, etc.), aber auch Photovoltaik-Freiflächenanlagen. Diese Biomasse ist nachweislich vorhanden und deren Bewirtschaftung bzw. Pflege erfolgt ohnehin. Das Material verbleibt jedoch oft, meist gemulcht, am Ort des Anfalls. Denkbar wäre deshalb die Nutzung dieser Ressourcen, weshalb im Rahmen des Projektes das Potential von in der Landschaftspflege aufkommenden biogenen Reststoffen ermittelt wurde. Hierbei wurden neben den quantitativen Potentialen auch die Mobilisierbarkeit und mögliche Verwertungswege der Biomassen betrachtet. Dazu erfolgte u. a. die Identifizierung lokaler Akteure, welche überschüssige Biomasse aufgrund von Pflegemaßnahmen generieren aber auch bereits Biomasse beispielsweise in einer Biogasanlage verwerten. Des Weiteren wurde neben der energetischen ebenso die stoffliche Nutzung (z. B. in einer Grünen Bioraffinerie oder als Ausgangsstoff zur Erzeugung von Biokohle als Bodenverbesserungsmittel) berücksichtigt.

Gemäß den durchgeführten Analysen setzen sich die bisher ungenutzten Biomassepotentiale im Modellraum aus 15.302 t Trockenmasse (TM) rein krautigen Materials sowie 4.594 t TM rein holzigen Materials zusammen. Ergänzend wurde nach weiteren bislang ungenutzten Biomassepotentialen gesucht. So wurden weitere 626 t TM gemischter Qualität, folglich krautigen als auch holzigen Aufwüchsen, 554 t TM aus der Heidepflege sowie 19.353 t TM Makrophyten aus der Sohlkrautung identifiziert. Diese Reststoffe stammen von insgesamt 5.768 ha zu pflegenden Flächen im gesamten Modellraum. Unter Berücksichtigung von Ernte- und Transport- sowie Silierverlusten im Falle der Vergärung in einer Biogasanlage könnten aus der Gesamtmenge an biogenen Reststoffen des Untersuchungsgebietes jährlich etwa 114 GWh Energie gewonnen werden. Der im Jahr 2015 erbrachte Anteil an regenerativer Energie am Gesamtraumwärmebedarf im Elbe-Elster-Kreis könnte bei der energetischen Nutzung dieser Biomasse um 68 % gesteigert werden.

Die GIS-basierte Auswertung ermöglichte es, das Biomasseaufkommen regionalisiert für mögliche Abnehmer (z. B. Kommunen) zu erheben und zu evaluieren. Im Rahmen des Projektes wurde erstmalig für den Modellraum das nachhaltig nutzbare Biomassepotential an Pflegegrün zusammenhängend und für Biomassen verschiedenster Qualität sowie Herkunft erfasst bzw. abgeschätzt. Allein aufgrund der begrenzten Transportwürdigkeit tragen die organischen Reststoffe bei einer Weiterverwertung zu Bioenergie oder chemischen Grundsubstanzen zu einem regionalen Produkt und somit zur regionalen Wertschöpfung bei. Die durchgeführte Studie erarbeitete mit ihrer Potentialanalyse wichtige Grundlagen für eine Konkretisierung weiterer Umsetzungskonzepte im Modellraum.



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