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Einweihung Lysimeteranlage

"Wasser marsch!"

Am 14.4.2011 konnte die neue Lysimeterstation des Forschungsinstituts für Bergbaufolgelandschaften e.V. (FIB e.V.) in Grünewalde feierlich eingeweiht werden. Die 135.000 Euro teure Investition wurde vom Land Brandenburg gefördert und durch die in der Energieregion Lausitz zusammen arbeitenden südlichen Landkreise und die Stadt Cottbus unterstützt. Bereits 2009 ordnete das Forum Wissenschaft, Forschung, Entwicklung und Bildung der Energieregion dem Vorhaben "Ausbau einer Lysimeteranlage zur Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen dem Energiepflanzenanbau und dem Landschaftswasserhaushalt in Südbrandenburg" höchste Priorität zu.

"Die von der brandenburgischen Landesregierung im Mai 2007 beschlossene "Energiestrategie 2020" hat eine zunehmende Nutzung regenerativer Energiequellen zum Ziel. Eine wichtige Säule bilden dabei der Anbau und die energetische Verwertung von Biomasse und die damit verbundene Wertschöpfung im ländlichen Raum. Damit schaffen die Untersuchungen mit der heute einzuweihenden Anlage die Grundlage, um Biomasse wirtschaftlich als Energieträger der Zukunft hier in der Niederlausitzer Heide einsetzen zu können. …Möge die langjährige und gute Bergbautradition der Stadt Lauchhammer ihre Fortsetzung als ökologischer und innovativer Energiestandort der Zukunft finden.", so der Cottbuser Beigeordnete Lothar Nicht in seinem Grußwort.

Was sind Lysimeter ? Bei den im Freiland installierten Lysimetern des FIB handelt es sich um Bodensäulen mit einem Meter Durchmesser und ca. drei Metern Höhe, mit deren Hilfe Bodenwasserhaushaltsgrößen in kurzen Zeitabständen kontinuierlich ermittelt werden. Erfasst werden zum Beispiel die Bodenwasserspeicherung, Niederschläge, Sickerwassermengen, Verdunstung und Transpiration der auf den Lysimetern wachsenden Pflanzen. Zudem ist es möglich, die mit dem Sickerwasser ausgetragenen Stoffe und ihre Menge zu ermitteln. Mit den Lysimetern können somit die Wirkungen verschiedener Böden, Kulturpflanzen, Anbausysteme und Bewirtschaftungsmaßnahmen auf den Landschaftswasserhaushalt direkt ermittelt werden.

Warum braucht die Energieregion Lausitz Lysimeteruntersuchungen? Daten zur Analyse des Wasser- und Stoffhaushaltes typischer Agrarstandorte in der Energieregion Lausitz können mit Hilfe der Lysimeter in hoher Genauigkeit und zeitlicher Auflösung gemessen werden. Die Messeinrichtungen bilden eine grundlegende Voraussetzung zur Validierung von Wasserhaushaltsmodellen und zur Abschätzung der Wirkungen des Energiepflanzenanbaus bzw. wasserschonender und effektiver Anbauverfahren in der Landwirtschaft. Sie liefern wichtige Erkenntnisse in Forschungsvorhaben zur Landnutzung und zum Anbau von Energiepflanzen mit dem Ziel der nachhaltigen Etablierung regionaler Wertschöpfungsketten. Darüber hinaus werden auch Projekte zu den Auswirkungen klimatischer Veränderungen auf den Landschaftswasserhaushalt, Böden und Pflanzen in der Energieregion unterstützt.


Einweihung der Lysimeteranlage: Der Cottbusser Beigeordnete Nicht, Institutsdirektor Dr. Haubold-Rosar und der Landrat des Landkreises Elbe-Elster Christian Jaschinski (v. l. n. r.)



Lysimeteranlage

Fotos: Norman Müller, Energieregion Lausitz-Spreewald GmbH




Schlüsselübergabe vom Cottbusser Beigeordneten Lothar Nicht an den Direktor des FIB im Beisein von Elbe-Elster-Landrat Christian Jaschinski


Was erhofft sich die Energieregion Lausitz von den Daten? Eine wesentliche Säule der Landesstrategie bilden der Anbau und die energetische Verwertung von Biomasse (Produktion von Biogas, Biokraftstoff, Festbrennstoff) und die damit verbundene Wertschöpfung im ländlichen Raum. Damit ergeben sich Fragen u.a. zu den Potenzialen der großflächigen Bergbaufolgelandschaften und Agrarflächen für den Anbau von Energiepflanzen. In Südbrandenburg erfordern die ungünstigen Standortbedingungen (sandige Böden mit geringer Nährstoff- und Wasserspeicherung, niedrige bis negative klimatische Wasserbilanz) effektive und ressourcenschonende Verfahren für die Erzeugung von Energiepflanzen. Die prognostizierten Klimaveränderungen werden zudem in dieser Region zu einer Kappung des Wasserdargebotes für den Pflanzenbau führen. Durch die Entwicklung und Etablierung neuer Landnutzungs- und Wasserbewirtschaftungssysteme sind künftige Konflikte um die Ressourcen Wasser und Boden zu vermeiden. Hierzu gehören auch die Untersuchung innovativer Bewässerungssysteme und das Recycling von Nährstoffen mit den Zusatzwassergaben.


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