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Mikrobiell induzierte Eisenretention im Grundwasseranstrom zu Bergbaufolgeseen und Fließgewässern

Mikrobiell induzierte Eisenretention im Grundwasseranstrom zu Bergbaufolgeseen und Fließgewässern
Projektleiter/in:
Herr Dr.-Ing. Christian Hildmann
Bearbeiter/in:
Frau Dipl.-Geol. Manja Walko
Laufzeit:
01.05.2013 – 31.03.2014
Projektträger:
Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH
Projektpartner:
Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg Lehrstuhl für Wassertechnik und Siedlungswasserbau (BTU CS), Institut für Wasserwirtschaft, Siedlungswasserbau und Ökologie (IWSÖ), Institut für Wasser und Boden (IWB) Dresden, LUG Engineering GmbH Cottbus

Durch den Grundwasserwiederanstieg in den durch Pyritverwitterung geprägten Bergbaukippen und Grundwasserabsenkungsbereichen wird einigen Bergbaufolgeseen und Fließgewässern in der Lausitz eine erhebliche Menge an gelöstem Eisen(II) und Sulfat zugeführt. Das Eisen wird in den Fließgewässern zunächst oxidiert, dann unter Entstehung von Säure zu Eisen(III)hydroxid hydrolisiert und als Schlamm sichtbar ausgefällt. Dies wirkt sich auf die Wasserpflanzen und die Gewässerfauna negativ aus.

Eine mögliche Gegenmaßnahme ist es, das Grundwasser bereits vor dem Austritt in die Fließgewässer so zu behandeln, dass das Eisen im Untergrund mit Hilfe dort natürlich vorkommender sulfatreduzierender Bakterien (SRB) wieder ausgefällt wird und dort verbleibt. Dazu muss dem Grundwasser eine Kohlenstoffquelle wie Glycerin zugegeben werden. Nachdem mit Hilfe dieses Verfahrensansatzes am Skadodamm in einem Pilotprojekt sowohl Sulfat- als auch Eisen im Untergrund festgehalten werden konnte, sollte das Verfahren auf einen gewachsenen Standort im Anstrom an die Spree übertragen werden.

Im Rahmen des Projektes konnten an der Ruhlmühle südlich von Neustadt/Spree drei Erkundungsbohrungen nieder gebracht werden. Mit Hilfe der dabei gewonnenen Daten zum geologischen Aufbau, hydraulischen Kennziffern und der chemischen Analyse des Grundwassers wurde eine Pilotanlage zur mikrobiellen Sulfatreduktion für den Standort geplant. In diesem Bereich weist das Grundwasser sehr hohe Eisengehalte um 500 mg/l auf, so dass eine Behandlung des Grundwassers hier besonders zielführend ist. In einem Folgeprojekt wird der Bau und der Betrieb der Pilotanlage umgesetzt.


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